Was passiert mit den Schwellkörpern nach einer Prostatakrebs OP?
Nach einer radikalen Prostatektomie können die Nerven, die für die Erektionsfunktion verantwortlich sind, beeinträchtigt sein. In dieser Phase treten bei vielen Männern weniger oder gar keine spontanen und nächtlichen Erektionen auf. In der wissenschaftlichen Literatur wird dieser vorübergehende Zustand häufig als Neuropraxie beschrieben.
Da spontane Erektionen seltener auftreten, verändert sich auch die regelmäßige Blutfüllung der Schwellkörper.
Experimentelle und klinische Untersuchungen beschreiben, dass eine verminderte Durchblutung und Sauerstoffversorgung des erektilen Gewebes mit biologischen Umbauprozessen assoziiert sein kann. Dazu gehören unter anderem:
- eine Abnahme glatter Muskelzellen,
- eine Zunahme von Kollagenablagerungen,
- Veränderungen der Zusammensetzung des ereilen Gewebes,
- fibrotische Umbauprozesse sowie
- Veränderungen der venösen Verschlussfunktion.
Diese Veränderungen werden als mögliche Faktoren diskutiert, die die Erholung der Erektionsfunktion beeinflussen können. Diese verläuft individuell sehr unterschiedlich.
Wie schnell und in welchem Ausmaß sich die Erektionsfunktion entwickelt, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- dem Alter,
- dem allgemeinen Gesundheitszustand,
- Begleiterkrankungen (z. B. Gefäßerkrankungen oder Diabetes),
- der Operationsmethode und dem Verlauf der OP,
- dem Ausmaß der Nervenschonung.
Deshalb lässt sich nicht allgemein vorhersagen, wie schnell sich die Erektionsfähigkeit nach einer Prostataoperation erholt.
Da Erektionsstörungen nach einer Prostataoperation unterschiedliche Ursachen haben können, finden Sie einen allgemeinen Überblick über mögliche Ursachen und konservative Behandlungsmöglichkeiten in unserem Beitrag „Was tun bei Erektionsstörungen?"
Vor diesem Hintergrund beschäftigen sich moderne Rehabilitationskonzepte nicht ausschließlich mit der Wiederherstellung einer Erektion. Ebenso wichtig ist die Erhaltung der Gewebestruktur und -funktion der Schwellkörper während der Erholungsphase. Dabei stehen die Aufklärung der Patienten über biologische Veränderungen sowie eine individuelle ärztliche Begleitung im Vordergrund.
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